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Hohe Luft – Frage 20

Ist es möglich, daß Dinge wirklich identisch sind?

Um mich dieser Frage zu nähern, gehe ich von eineiigen Zwillingen aus. Bekanntermaßen besitzen sie identisches Erbgut und wachsen im gleichen Umfeld zusammen auf. Beginnend mit der häuslichen und schulischen Erziehung führen sie ihr Leben mit identischen Voraussetzungen, und doch ist es offensichtlich, daß die einzelnen Zwillinge immer weiter zu eigenständigen Personen mit unterschiedlichen Interessen und Fähigkeiten werden. Man mag einwenden, daß theoretisch sämtliche Einflüsse auch im Alltag identisch bleiben können, doch ist offensichtlich, daß die Reaktionen auf diese anders sein werden, denn Zwillinge nehmen die Welt immer mit zwei Sätzen von Organen wahr, aus unterschiedlichen Perspektiven; aus der identischen Erbsubstanz entwickeln sich zwei Wesen selbst- & eigenständig.

Von diesen Gedanken ausgehend bin ich der Überzeugung, daß wirkliche Identität sowohl menschlicher Existenz als von Dingen nicht existieren kann, vielmehr entwickelt sich menschliche Identität gerade durch die Unterscheidbarkeit vom Gegenüber.

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An manchen Tagen…

… macht es einfach Sinn,

Playlisten durchlaufen zu lassen. Dann bekomme ich auch mal wirklich ungewöhnliches wie dieses zu hören.

Dazu lese ich den neuen Raabe, lasse es mir heute Abend gut gehen.

Das Wetter strengt mich mal wieder extrem an, die meiste Zeit verbringe ich in meiner Wohnung. Meine therapiefreie Woche lässt das ja zu.

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Hausaufgaben

Noch immer ist unsere Zeit bei den Alexianern im Zweiwochenrhythmus organisiert – 5 Tage therapeutische Arbeit, Wochendende, 5 Tage frei, Wochenende, wieder von vorne.

Die Arbeit in der Gruppe gibt mir, wie üblich, die Tagesstruktur, die mich im seelischen Gleichgewicht hält. Dort habe ich eine gute Portion an sozialem Netzwerk und Kontakt und eine passende Auslastung. Um diese und die Ruhe und damit mich in der jeweils freien Woche in der Waage zu halten, bekommen wir zum Ende der Arbeitswoche Aufgaben mit nach Hause, die wir nutzen können, um den Tagen eine Struktur zu geben. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille, denn mit den Aufgabenstellungen und stichprobenartig abgefragten Ergebnissen stellen die Begleitung auch der therapiefreien Wochen sicher.

So sitze ich gerade über den Zetteln, die mir aufgedrückt wurden, und bekomme so meinen Nachmittag geschützt vor der für mich unangenehmen Hitze, mit

im Hintergrund.

Das gestaltet meine Tage ebenso wie Treffen und lange Telefonate mit T.

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Beruhigungen

Sie gibt es noch immer, die zwei Schweizer, die wie Kraftwerk zu den Pionieren der Elektronik – Musik gehören, Yello.

In der letzten Woche haben sie nun seit längerem wieder eine Single veröffentlicht. Obwohl sie nicht wirklich in mein musikalisches Universum gehören, spielen sie regelmäßig in meinem Alltag eine Rolle. Einige meiner Therapiekollegen leben mit autistischen Zügen unterschiedlichen Grades. Einer von ihnen hat eine sehr bezeichnende Reaktion auf Stress, er beginnt mit voller Energie auf der Stelle zu springen, verliert den Kontakt zu seiner direkten Umgebung, braucht dann Platz.

Nur dieser alte Song des schweizerischen Duos oder auch nur das charakteristische Riff des Songs gesungen, schafft es, diesen einen Kollegen aus seiner Welt wieder herauszuholen, ihn herunterzufahren. Das tut einfach gut, dies zu wissen.

Auch für mich gibt es immer wieder Musikentdeckungen, die es schaffen, mich aus Stress heraus zu holen, meine Gedanken neu zu lenken. Es ist Musik, die mich fasziniert.

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Stressabbau

In ihrer Stimmlage mitzusingen, die Energie in die Stimme zu packen, bringt mich runter, beruhigt mich immer wieder.

Nach Tagen wie heute, an denen Therapiekollegen sich rechts überholen, brauche ich das.

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🌞🌞

Vor kurzem habe ich diese Truppe entdeckt, habe einfach Spaß an ihrer Unbeschwertheit.

Ihr auch?

Habt einen entspannten Sonntag 🌞🌞

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Herausforderung

In ihre Musik höre ich mich gerade ein, versuche mir mit Hilfe von Tutorials einen Zugang zum Kehlkopfgesang zu bahnen.

Vielleicht klappt das ja?

Gute Nacht euch allen 🥱😴🥱

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Hohe Luft – Frage 19

Kann ich mich selbst kennen?

Diese Frage im Katalog der Philosophie – Zeitschrift scheint mir kein Zufall zu sein. Sie stellt sich an einem besonderen Tag – dem Jahrestag des Wunsches meiner Mutter nach Erleichterung. Heute vor einem Jahr ist sie zu IHM gegangen, im Inneren sprachlos und scheinbar erleichtert – mein Vater hat sie mit einem Lächeln auf den Lippen gefunden.

Angesichts dieser Erinnerungen und Gefühle, die gerade in mir aufwallen, kann ich die Frage ganz konkret beantworten.

„Ja, aber“ ist meine Antwort.

Ja, denn ich wie jeder von uns habe ja mein Leben lang Erfahrungen mit mir selbst gesammelt. Ich habe Faktenwissen über mich – Größe, Gewicht, Vorlieben, Abneigungen – gesammelt, ebenso aber einen Katalog von Gefühlen und Reaktionen entwickelt, mit denen ich auf meinen Alltag reagiere und Handlungen plane. Das geschieht über den Weg der Analogie – ändert sich die Situation, so kann ich Reaktion anpassen. Voraussetzung dafür bleibt aber, daß ich die Situation kenne.

Es ist nun ja offensichtlich so, daß wir mit dem Tod unserer Mutter keine Erfahrung machen können, das geht eben nur einmal. Daher:

aber jedwede Erfahrung mit dem Weggang von Freunden und anderen Familienmitgliedern kann nicht auf das vorbereiten, was mit uns passiert, wenn Vater oder Mutter sterben.

Da kann ich mich also nicht kennen, bin genauso schutzlos meinen Gefühlen ausgeliefert wie es mein direktes Umfeld auch gewesen und bis heute ist.

Erfahrungen, die jedem von uns den Boden unter den Füßen wegziehen, kreieren spontan feuchte Augen.

Ich sitze an meinem Arbeitsplatz, höre diesen Song aus einer YouTube – Liste – auch kein Zufall, bin ich überzeugt – und fühle mich im gerade weiten Kreis meiner Kollegen wirklich gut.

Zu Feierabend werde ich von einer guten Freundin abgeholt. Wir verbringen den restlichen Tag gemeinsam.

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Musik zur guten Nacht

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Hohe Luft – Frage 18

Wann hört das Leben auf, wann endet das Diesseits? Wer kann das wissen?

Es sind zwar nur zwei Fragezeichen in der Formulierung zu finden, doch bin ich davon überzeugt, die erste Frage in zwei aufteilen zu müssen, denn ich kann ein Diesseits nur denken, wenn ich die Existenz eines Jenseits für möglich halte, bedeutet, eine dualistische Denkweise voraussetzen kann. Genau das stimmt aber eben nicht, denn auch monistische Erklärungen des Beginns und des Endes menschlichen Lebens existieren und haben ihre Berechtigung.

Ganz platt ist zu konstatieren, daß wir – i.e. der Mensch – nicht wissen, wann das Leben endet, der Tod in der Regel ungeplant eintritt, und selbst dann ist unklar, was alles wissenschaftlich zu konstatieren ist, denn es fehlt ja nun mal eine entscheidende Perspektive – die des Sterbenden nach dem Tod. Unabhängig von diesem Faktum arbeiten sich die unterschiedlichsten Fachgebiete wissenschaftlich an dieser Frage ab.

Der Tod ist das Ende des Lebens bzw. das endgültige Versagen aller lebenserhaltenden Funktionsabläufe. Der Übergang vom Leben zum Tod wird Sterben genannt, der eingetretene Tod auch Exitus letalis. Die griechische Bezeichnung lautet Thanatos, die lateinische Mortus.
Die Schwierigkeit einer für alle Lebewesen gültigen Definition lässt sich durch die Beispiele Tod von Einzellern und Tod von Säugetieren verdeutlichen. Im ersten Fall ist der Tod entweder durch den unumkehrbaren Verlust der Zellintegrität (Lyse) oder den unumkehrbaren Verlust der Zellteilungsfähigkeit (durch Zerstörung des Genoms) definiert, im zweiten Fall durch die unumkehrbare Desintegration lebensnotwendiger Organe wie des Herzkreislaufsystems und des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark), was wiederum durch das Absterben der einzelnen Zellen ausgelöst wird. Das Sterben ist ein Prozess und das Eintreten des Todes lässt sich selten exakt einem Zeitpunkt zuordnen. Der Tod ist der Zustand eines Organismus nach der Beendigung des Lebens und nicht zu verwechseln mit dem Sterben und Nahtoderfahrungen, die ein Teil des Lebens sind.
Die biologische Begründung für den natürlichen Tod – und das Altern – wird von Wissenschaftlern im Mechanismus der Evolution vermutet: Hat ein Lebewesen sein Erbgut erfolgreich weitergegeben (sind die Nachkommen überlebensfähig), dann existiert das Erbgut in den Nachkommen fort. Ereignisse, die erst nach der letzten erfolgreichen Weitergabe des Erbguts auf den weitergebenden Organismus wirken, haben keine direkte Auswirkung auf den Genpool der Art. Folglich können sich im Erbgut Faktoren ansammeln, die das weitere Leben nach der erfolgreichen Erbgutweitergabe bestimmen, ohne dass sie dem Selektionsdruck ausgesetzt sind. Dazu zählen Erbkrankheiten, die erst im fortgeschrittenen Alter ausbrechen, wie die Nervenkrankheit Chorea Huntington. Diese „genetisch unaufgeräumten Winkel“ verursachen, so die Theorie, den Alterstod. Dass der Alterstod nicht zwangsläufig sein muss, zeigen Experimente mit bestimmten Seegurken-Arten: Diese konnten über Jahrzehnte am Leben erhalten werden, ohne dass Alterungserscheinungen auftraten. Voraussetzung für die völlige Aussetzung der Selektion ist, dass es ein Alter gibt, von dem an eine Fortpflanzung nicht mehr möglich ist. Bei Lebewesen, die sich durch Knospung vermehren, ist dies oft nicht gegeben. Diese sollten nach dieser Theorie potenziell unsterblich sein.
Zwei Faktoren können jedoch nach der „Erbgutweitergabe“ einen Selektionsdruck auf Gene bewirken, die sich auf den Todeszeitpunkt auswirken: Bei vielen Lebewesen ist es Aufgabe der Eltern, ihre Nachkommen großzuziehen. Sterben die Eltern während dieser Zeitspanne, verringern sich die Chancen für das Überleben der Nachkommen und somit auch für die Weitergabe ihres Erbgutes an die nächste Generation. Andererseits würde ein extrem langes Weiterleben nach der Fortpflanzung oder gar nach dem Verlust der Fortpflanzungsfähigkeit dazu führen, dass für die Nachkommen weniger Platz und Ressourcen in ihrem Habitat vorhanden sind. In dieser Hinsicht ist der Tod der Eltern nützlich und notwendig für die Nachkommen.
Evolutionsbiologisch betrachtet, hat eine rasche Abfolge der Generationen den Vorteil, dass eine schnellere Anpassung an veränderte Umweltbedingungen möglich ist: Veränderter Selektionsdruck kann dann rasch zu einer Veränderung des Genpools führen. Dem steht entgegen, dass für komplexere Lebewesen längere Entwicklungs- und Lebensspannen (Zeitspannen für die Fortpflanzung) erforderlich sind.

Die hier kurz zusammengefasste Definition von Tod benötigt keine dualistische Auffassung vom Menschen. Das Ende des Lebens wird festgesetzt auf das Aussetzen der Organtätigkeit, welchem die Zersetzung der Biomasse folgt. Das bedeutet auch, daß es nichts mehr geben kann, was das Diesseits in welch Richtung auch immer verlässt. Damit erübrigt sich aber die obige erste Frage, und es schließt sich die letzte Frage an.

Die Antwort auf die letzte Frage lautet ganz schlicht: Niemand!

Die Art einer über die medizinisch – naturwissenschaftlichen Antworten hinaus gehenden Gewissheit, ist kein nicht hintergehbares Wissen, sondern eine Überzeugung, ein Glaube. Aus diesem entwickelte sich unter anderem die christlich – dualistische Seelenlehre.

An diese glaube ich, bin überzeugt, daß auch meine Mama ihren ewigen Platz an SEINER Seite gefunden hat.