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Hohe Luft – Frage 18

Wann hört das Leben auf, wann endet das Diesseits? Wer kann das wissen?

Es sind zwar nur zwei Fragezeichen in der Formulierung zu finden, doch bin ich davon überzeugt, die erste Frage in zwei aufteilen zu müssen, denn ich kann ein Diesseits nur denken, wenn ich die Existenz eines Jenseits für möglich halte, bedeutet, eine dualistische Denkweise voraussetzen kann. Genau das stimmt aber eben nicht, denn auch monistische Erklärungen des Beginns und des Endes menschlichen Lebens existieren und haben ihre Berechtigung.

Ganz platt ist zu konstatieren, daß wir – i.e. der Mensch – nicht wissen, wann das Leben endet, der Tod in der Regel ungeplant eintritt, und selbst dann ist unklar, was alles wissenschaftlich zu konstatieren ist, denn es fehlt ja nun mal eine entscheidende Perspektive – die des Sterbenden nach dem Tod. Unabhängig von diesem Faktum arbeiten sich die unterschiedlichsten Fachgebiete wissenschaftlich an dieser Frage ab.

Der Tod ist das Ende des Lebens bzw. das endgültige Versagen aller lebenserhaltenden Funktionsabläufe. Der Übergang vom Leben zum Tod wird Sterben genannt, der eingetretene Tod auch Exitus letalis. Die griechische Bezeichnung lautet Thanatos, die lateinische Mortus.
Die Schwierigkeit einer für alle Lebewesen gültigen Definition lässt sich durch die Beispiele Tod von Einzellern und Tod von Säugetieren verdeutlichen. Im ersten Fall ist der Tod entweder durch den unumkehrbaren Verlust der Zellintegrität (Lyse) oder den unumkehrbaren Verlust der Zellteilungsfähigkeit (durch Zerstörung des Genoms) definiert, im zweiten Fall durch die unumkehrbare Desintegration lebensnotwendiger Organe wie des Herzkreislaufsystems und des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark), was wiederum durch das Absterben der einzelnen Zellen ausgelöst wird. Das Sterben ist ein Prozess und das Eintreten des Todes lässt sich selten exakt einem Zeitpunkt zuordnen. Der Tod ist der Zustand eines Organismus nach der Beendigung des Lebens und nicht zu verwechseln mit dem Sterben und Nahtoderfahrungen, die ein Teil des Lebens sind.
Die biologische Begründung für den natürlichen Tod – und das Altern – wird von Wissenschaftlern im Mechanismus der Evolution vermutet: Hat ein Lebewesen sein Erbgut erfolgreich weitergegeben (sind die Nachkommen überlebensfähig), dann existiert das Erbgut in den Nachkommen fort. Ereignisse, die erst nach der letzten erfolgreichen Weitergabe des Erbguts auf den weitergebenden Organismus wirken, haben keine direkte Auswirkung auf den Genpool der Art. Folglich können sich im Erbgut Faktoren ansammeln, die das weitere Leben nach der erfolgreichen Erbgutweitergabe bestimmen, ohne dass sie dem Selektionsdruck ausgesetzt sind. Dazu zählen Erbkrankheiten, die erst im fortgeschrittenen Alter ausbrechen, wie die Nervenkrankheit Chorea Huntington. Diese „genetisch unaufgeräumten Winkel“ verursachen, so die Theorie, den Alterstod. Dass der Alterstod nicht zwangsläufig sein muss, zeigen Experimente mit bestimmten Seegurken-Arten: Diese konnten über Jahrzehnte am Leben erhalten werden, ohne dass Alterungserscheinungen auftraten. Voraussetzung für die völlige Aussetzung der Selektion ist, dass es ein Alter gibt, von dem an eine Fortpflanzung nicht mehr möglich ist. Bei Lebewesen, die sich durch Knospung vermehren, ist dies oft nicht gegeben. Diese sollten nach dieser Theorie potenziell unsterblich sein.
Zwei Faktoren können jedoch nach der „Erbgutweitergabe“ einen Selektionsdruck auf Gene bewirken, die sich auf den Todeszeitpunkt auswirken: Bei vielen Lebewesen ist es Aufgabe der Eltern, ihre Nachkommen großzuziehen. Sterben die Eltern während dieser Zeitspanne, verringern sich die Chancen für das Überleben der Nachkommen und somit auch für die Weitergabe ihres Erbgutes an die nächste Generation. Andererseits würde ein extrem langes Weiterleben nach der Fortpflanzung oder gar nach dem Verlust der Fortpflanzungsfähigkeit dazu führen, dass für die Nachkommen weniger Platz und Ressourcen in ihrem Habitat vorhanden sind. In dieser Hinsicht ist der Tod der Eltern nützlich und notwendig für die Nachkommen.
Evolutionsbiologisch betrachtet, hat eine rasche Abfolge der Generationen den Vorteil, dass eine schnellere Anpassung an veränderte Umweltbedingungen möglich ist: Veränderter Selektionsdruck kann dann rasch zu einer Veränderung des Genpools führen. Dem steht entgegen, dass für komplexere Lebewesen längere Entwicklungs- und Lebensspannen (Zeitspannen für die Fortpflanzung) erforderlich sind.

Die hier kurz zusammengefasste Definition von Tod benötigt keine dualistische Auffassung vom Menschen. Das Ende des Lebens wird festgesetzt auf das Aussetzen der Organtätigkeit, welchem die Zersetzung der Biomasse folgt. Das bedeutet auch, daß es nichts mehr geben kann, was das Diesseits in welch Richtung auch immer verlässt. Damit erübrigt sich aber die obige erste Frage, und es schließt sich die letzte Frage an.

Die Antwort auf die letzte Frage lautet ganz schlicht: Niemand!

Die Art einer über die medizinisch – naturwissenschaftlichen Antworten hinaus gehenden Gewissheit, ist kein nicht hintergehbares Wissen, sondern eine Überzeugung, ein Glaube. Aus diesem entwickelte sich unter anderem die christlich – dualistische Seelenlehre.

An diese glaube ich, bin überzeugt, daß auch meine Mama ihren ewigen Platz an SEINER Seite gefunden hat.

Von Ed

Mittlerweile viel näher am ICH als erstes und zweites Leben mich bringen konnten.

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