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Notwendigkeiten


Während der vergangenen Woche war die Betreuung das zeitlich vorherrschende Thema. Drei meiner fünf therapiefreien Tage habe ich mit den Fragen und ihrer Beantwortung verbracht. Am Freitag habe ich die letzten Fragen gemeinsam mit meiner Bezugsbetreuerin gemeinsam beantwortet. Am kommenden Freitag nehmen wir uns noch einmal Zeit, um meine Antworten gemeinsam durchzugehen. Das ist notwendig, um Fallstricke in meinen Formulierungen zu verhindern. Es kann passieren, daß falsche Wörter dazu führen, daß meinem Antrag nicht stattgegeben wird, es viel mehr Arbeit bedarf, den Status Quo aufrechtzuerhalten. Dann nehme ich doch gerne in Kauf, nochmal ein Treffen auf die Kontrollen zu verwenden.


Ebenso notwendig war meine Standhaftigkeit gegenüber P, einer ebenfalls ambulant betreuten Therapiekollegin. An sich ist sie sehr freundlich, lebt jedoch mit einer sehr seltenen Kombination von Krankheiten. Auf der einen Seite leidet sie an ADHS, lebt zudem aber noch mit einer Borderline – Störung.
Ihr ADHS führt dazu, daß sie im Alltag kaum in der Lage ist, selbst kleinste Abweichungen von der Normalität zu akzeptieren, geschweige denn einfache Lösungen dafür zu finden. Daß sie mich dann kontaktiert, mit mir reden mag, ist grundsätzlich schön und gut so, doch gibt es zwei Grenzen, die sie regelmäßig überschreitet und damit es für mich notwendig machen, deutlich zu reagieren. Zum einen entstehen mit ihr kaum Gespräche. Gebe ich ihr Ratschläge, bzw. starte ich den Versuch, dann dauert es kaum einen Satz, bis ihre Borderline – Störung sie dazwischen gehen läßt, um die Kontrolle zu behalten. Kommt dann noch hinzu, daß ich einen Ratschlag ausspreche, den unsere Betreuerin ausgesprochen, dann ist nicht mehr möglich, den Satz zu beenden. Zum anderen dreht sie immer weiter hoch, was dazu führt, daß sie nicht nur mehrfach hintereinander anruft, sondern damit rechnet, daß tägliche Anrufe, die sich immer wieder um die gleichen Themen drehen, bei mir bestens ankommen. Nein, das ist nicht so. Dann ist es notwendig, daß ich ihr den Hahn abdrehe, nicht auf ihre Anrufe reagiere.

Von Ed

Mittlerweile viel näher am ICH als erstes und zweites Leben mich bringen konnten.

Herzlich Willkommen im Dritten

4 Antworten auf „Notwendigkeiten“

Meine Schwester ist zu der Kombi noch bipolar – läuft auch super! Mittlerweile hat sie einiges an Therapie hinter sich und durch ihre Weiterbildung zur Tierkommunikatorin und ähnliches in dem Bereich (mir ist grad entfallen was), hat sie viele tolle Fortschritte gemacht in den letzten 12 Monaten. Ich bin so unglaublich stolz auf sie.
Da ich 10 Jahre älter und somit auch schon 10 Jahre weiter mit Therapie etc. bin (ich hatte lange den Verdacht auf Borderline bis endlich jemand auf Autismusspektrum/Asperger kam), habe ich ihr immer mal versucht Ratschläge zu geben – da sie der gleiche Sturkopf wie ich 10 Jahre früher war – ist, funktioniert das nie. Doch sobald es Pling macht, kommt sie und sagt: Hätte ich nur auf dich gehört – das Spiel wiederholt sich seit sie ein Teenager ist 😀
Ich liebe sie sehr, doch wenn sie mich nervt (oder umgekehrt), dann ist auch mal länger Funkstille.

Gut, dass du dich abzugrenzen weisst, denn du bist weder der Betreuer noch der Therapeut und musst vor allem auf dich acht geben.

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Und so bin ich auch auf dich stolz – ich weiss selber wie schwer das ist. Ich musste das auch lernen, einerseits, dass ich Grenzen setzen muss, wenns mir zu viel wird und andererseits auszuhalten, dass Leute deswegen angepisst sind, obwohl es mir zusteht.

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